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Eva Teufel erzählt: Wie Selbstständigkeit zur Reise zu sich selbst wird

Eva Teufel hat sich vor rund eineinhalb Jahren als virtuelle Assistentin mit dem Schwerpunkt digitale Buchhaltung selbstständig gemacht. Heute unterstützt sie kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Buchhaltungsprozesse und arbeitet mit festen Kund an unterschiedlichen Projekten. Doch in den vergangenen zwölf Monaten hat sich nicht nur ihr Unternehmen weiterentwickelt. Eva hat auch gelernt, klarere Grenzen zu setzen, Verantwortung bewusster zu übernehmen und ihre Vorstellung von Erfolg neu zu definieren.

Im Gespräch mit Gründungscoach Aline Pelzer vom gründungs.center erzählt sie, welche Herausforderungen sie in ihrer Selbstständigkeit erlebt hat, warum sie sich von manchen Kund getrennt hat und weshalb sie inzwischen nicht mehr ausschließlich auf finanzielles Wachstum schaut. Außerdem berichtet sie, wie sie sich mit ihrem Business ein Leben ermöglicht hat, das sie sich schon lange gewünscht hat: Im Winter arbeitet sie mehrere Monate von Spanien aus, mit dem Meer direkt vor der Tür.

In dieser Folge erfährst du von Eva,

  • warum Selbstständigkeit nicht nur unternehmerisches Wissen, sondern auch persönliche Weiterentwicklung erfordert.
  • wie du lernst, gegenüber Kund klare Grenzen zu setzen, ohne Angst vor dem Verlust der Zusammenarbeit zu haben.
  • weshalb ein erfolgreiches Business nicht allein am Umsatz gemessen werden sollte.
  • wie du deine Selbstständigkeit so gestalten kannst, dass sie zu deinen persönlichen Werten und Lebenszielen passt.
  • warum es manchmal sinnvoll ist, Kund loszulassen und Raum für neue Interessen zu schaffen.
  • wie du mit mehr Klarheit, bewussten Entscheidungen und einem realistischen Blick auf deine Ressourcen langfristig selbstständig bleiben kannst.

Von der virtuellen Assistenz zum eigenen Business

Der Start in die Selbstständigkeit

Vor rund eineinhalb Jahren wagte Eva Teufel den Schritt in die Selbstständigkeit. Ihr Schwerpunkt liegt auf virtueller Assistenz und digitaler Buchhaltung. Sie unterstützt vor allem kleine und mittelständische Unternehmen dabei, ihre Buchhaltungsprozesse zu digitalisieren und effizienter zu gestalten.

Zu Beginn ging es zunächst darum, eine solide Grundlage für ihr Unternehmen zu schaffen. Eva baute sich einen Kundenstamm auf, arbeitete an einzelnen Projekten und gewann laufende Kund. Beim letzten Gespräch mit dem gründungs.center hatte sie vier regelmäßige Kund. Diese Basis besteht auch heute noch, ergänzt durch zeitlich begrenzte Projekte.

Doch mit der Zeit veränderte sich ihr Blick auf das eigene Unternehmen. Während am Anfang vor allem der Aufbau einer wirtschaftlichen Grundlage im Vordergrund stand, stellte sie sich zunehmend andere Fragen: Mit welchen Menschen möchte sie zusammenarbeiten? Welche Aufgaben machen ihr wirklich Freude? Und entspricht das Business, das sie sich aufgebaut hat, noch der Person, die sie heute ist?

Diese Fragen markieren einen wichtigen Punkt in ihrer unternehmerischen Entwicklung. Denn eine Selbstständigkeit ist nicht automatisch dauerhaft passend, nur weil das Geschäftsmodell einmal funktioniert hat. Mit den eigenen Erfahrungen und Interessen können sich auch die Vorstellungen davon verändern, wie das Unternehmen künftig aussehen soll.

Wenn das eigene Business nicht mehr ganz zu einem passt

Eva hat in den vergangenen Monaten bewusst entschieden, einzelne Kundenbeziehungen zu beenden. Dabei ging es nicht allein um wirtschaftliche Überlegungen. Sie wollte sich stärker auf die Zusammenarbeit mit Menschen konzentrieren, die zu ihr und ihrer Arbeitsweise passen.

Gleichzeitig merkte sie, dass sie sich nicht ausschließlich mit Zahlen und Tabellen beschäftigen möchte. Sie arbeitet gerne strukturiert, braucht aber auch kreativen Austausch und möchte andere Interessen stärker in ihr Berufsleben integrieren.

Daraus entstand der Wunsch, neben ihrer Tätigkeit in der digitalen Buchhaltung weitere Bereiche zu erschließen. Für Eva bedeutet Selbstständigkeit schließlich auch, verschiedene Möglichkeiten ausprobieren und den eigenen beruflichen Weg selbst gestalten zu können.

Diese Freiheit nutzt sie inzwischen bewusster. Statt möglichst viele Kund zu betreuen, möchte sie sich Zeit für die Tätigkeiten nehmen, die sie langfristig weiterentwickeln möchte.

Klare Grenzen setzen: Ein wichtiges Learning aus dem ersten Jahr

Warum Selbstständige nicht rund um die Uhr erreichbar sein müssen

Eine der größten Herausforderungen für Eva war es, gegenüber ihren Kund klare Grenzen zu setzen. Gerade am Anfang wollte sie gute Arbeit leisten und ihre Kund zufriedenstellen. Weil sie ihre Arbeitszeit selbst einteilen konnte, fiel es ihr allerdings schwer, zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu unterscheiden.

Sie erzählt im Podcast von einem Kunden, der auch am Wochenende häufig online war. Eva nutzte den Sonntag gelegentlich, um in Ruhe Aufgaben zu erledigen. Als ihr Kunde bemerkte, dass sie arbeitete, meldete er sich ebenfalls an diesem Tag bei ihr.

Für Eva wurde dadurch deutlich, dass ihre eigene Flexibilität schnell als ständige Verfügbarkeit verstanden werden konnte. Sie musste lernen, dass sie zwar selbst entscheiden darf, wann sie arbeitet, aber nicht automatisch jederzeit für andere erreichbar sein muss.

Deshalb legte sie feste Zeitfenster für Rückfragen und Termine fest. Außerdem kommunizierte sie klarer, wann ihre KundUnterlagen einreichen müssen und wann sie für Abstimmungen zur Verfügung steht.

Die Angst vor dem Verlust von Kund überwinden

Am Anfang hatte Eva Sorge, dass Kund die Zusammenarbeit beenden könnten, wenn sie nicht mehr jederzeit verfügbar wäre. Rückblickend stellte sich diese Befürchtung jedoch als unbegründet heraus.

Ihr Kunde respektierte die neuen Grenzen und gab ihr sogar die Rückmeldung, dass er es gut fand, wie bewusst sie mit ihrer Arbeitszeit und ihren Ressourcen umging.

Diese Erfahrung half Eva, ihre Arbeitsweise auch gegenüber zukünftigen Kund klarer zu kommunizieren. Sie merkte, dass eine gute Zusammenarbeit nicht bedeutet, jede Anfrage sofort zu beantworten oder sämtliche Wünsche zu erfüllen. Vielmehr braucht es klare Absprachen, gegenseitigen Respekt und ein gemeinsames Verständnis davon, wie die Zusammenarbeit funktionieren soll.

Bis sie diese Grenzen konsequent einhalten konnte, vergingen etwa sechs Monate. Auch heute betrachtet sie das Thema als einen fortlaufenden Lernprozess.

Warum Grenzen auch die Qualität der Arbeit verbessern

Wer selbstständig arbeitet, entscheidet häufig selbst über Arbeitszeiten, Pausen und die Anzahl der Projekte. Das klingt zunächst nach großer Freiheit. Ohne klare Regeln kann diese Flexibilität allerdings dazu führen, dass die Arbeit immer mehr Raum einnimmt.

Für Eva gehört deshalb zur Selbstständigkeit, die eigenen Ressourcen ernst zu nehmen. Zeit, Energie und Konzentration sind begrenzt. Wer langfristig gute Arbeit leisten möchte, sollte sie entsprechend einteilen.

Dabei geht es nicht darum, weniger Verantwortung zu übernehmen. Vielmehr geht es darum, die eigene Verantwortung bewusst wahrzunehmen und nicht automatisch sämtliche Aufgaben und Erwartungen anderer zu übernehmen.

Kurz erklärt: Grenzen setzen

Grenzen setzen bedeutet, die eigenen zeitlichen, persönlichen und beruflichen Möglichkeiten zu erkennen und klar zu kommunizieren. Für Selbstständige kann das feste Erreichbarkeitszeiten, verbindliche Absprachen mit Kund oder bewusst eingeplante Pausen umfassen. Klare Grenzen schaffen Orientierung und helfen dabei, die Zusammenarbeit langfristig gesund zu gestalten.

Selbstständigkeit als persönliche Weiterentwicklung

Verantwortung übernehmen, ohne alles selbst machen zu müssen

Im Gespräch mit Aline Pelzer wird deutlich, dass sich Evas Entwicklung nicht auf organisatorische oder wirtschaftliche Themen beschränkt. Sie hat auch gelernt, ihre eigene Rolle in der Zusammenarbeit mit Kund anders zu verstehen.

Vor allem das Thema Verantwortung beschäftigt sie. Als Selbstständige trifft sie ihre eigenen Entscheidungen und muss mit den Konsequenzen umgehen. Das bedeutet einerseits mehr Freiheit, andererseits aber auch, dass sie nicht für jede Frage eine vorgesetzte Person hat, die ihr eine Entscheidung abnimmt.

Gleichzeitig bemerkte Eva, dass sie manchmal zu viel Verantwortung übernimmt. Sie wollte Aufgaben selbst lösen, auch wenn diese eigentlich in den Verantwortungsbereich ihrer Kund gehörten.

Ein wichtiger Schritt war deshalb, sich bewusst zu machen, dass sie mit ihren Kund auf Augenhöhe zusammenarbeitet. Sie ist nicht deren Angestellte, sondern eine eigenständige Dienstleisterin. Ihre Aufgabe besteht darin, vereinbarte Leistungen zu erbringen – nicht darin, sämtliche Probleme ihrer Kund zu lösen.

Auch das Abgeben von Aufgaben fällt ihr zunehmend leichter. Sie muss nicht alles selbst erledigen, nur weil sie es grundsätzlich könnte. Wenn eine Aufgabe viel Zeit kostet oder nicht zu ihren Stärken gehört, darf sie prüfen, ob eine andere Person sie übernehmen kann.

Kurz erklärt: Persönlichkeitsentwicklung

Persönlichkeitsentwicklung beschreibt den Prozess, die eigenen Werte, Verhaltensweisen und Bedürfnisse besser kennenzulernen und bewusst weiterzuentwickeln. In der Selbstständigkeit zeigt sich das beispielsweise darin, Entscheidungen selbstbewusster zu treffen, Verantwortung angemessen zu übernehmen und die eigenen Grenzen zu respektieren.

Was Eva heute anders machen würde

Wenn Eva auf ihre bisherige Selbstständigkeit zurückblickt, würde sie vor allem eines früher angehen: klare Grenzen setzen.

Sie würde bereits zu Beginn einer Zusammenarbeit genauer kommunizieren, wann sie erreichbar ist, welche Aufgaben sie übernimmt und welche Rahmenbedingungen für eine gute Zusammenarbeit notwendig sind.

Dadurch ließen sich manche Unsicherheiten vermeiden, die sie in der Anfangszeit beschäftigt haben. Gleichzeitig würde sie sich selbst früher erlauben, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Ihre Erfahrungen zeigen, dass der Aufbau eines Unternehmens nicht mit der Gründung abgeschlossen ist. Auch danach entwickeln sich das Geschäftsmodell, die eigenen Fähigkeiten und die persönlichen Ziele weiter.

Für Menschen, die gerade über eine Selbstständigkeit nachdenken, hat Eva deshalb einen klaren Rat: Man muss nicht von Anfang an alles wissen. Wichtig ist, den ersten Schritt zu gehen und anschließend Schritt für Schritt weiterzumachen.

Denn viele Fragen lassen sich erst beantworten, wenn man praktische Erfahrungen gesammelt hat.

Evas Geschichte: Selbstständigkeit nach den eigenen Vorstellungen gestalten

Eva Teufel hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren eine wirtschaftliche Grundlage aufgebaut, feste Kundenbeziehungen entwickelt und gelernt, ihre Arbeitsweise bewusster zu gestalten. Gleichzeitig hat sie erkannt, dass ein funktionierendes Business nicht automatisch zu dem Leben passt, das sie führen möchte.

Heute schaut sie deshalb nicht mehr ausschließlich auf Umsatz und Wachstum. Sie fragt sich auch, ob ihre Arbeit zu ihren Werten passt, ob sie genügend Raum für Kreativität hat und ob sie die Freiheit ihrer Selbstständigkeit tatsächlich nutzt.

Dabei geht es nicht darum, jede Herausforderung zu vermeiden oder immer alles perfekt zu planen. Vielmehr möchte Eva Entscheidungen treffen, die sowohl wirtschaftlich sinnvoll sind als auch zu ihren persönlichen Zielen passen.

Ihre Entwicklung zeigt, dass sich unternehmerischer Erfolg auf unterschiedliche Weise ausdrücken kann. Ein tragfähiges Geschäftsmodell ist eine wichtige Grundlage. Genauso wichtig ist es aber, regelmäßig zu überprüfen, ob die eigene Selbstständigkeit noch zu den Vorstellungen passt, mit denen man ursprünglich gestartet ist.

Du möchtest mehr über Evas Weg erfahren?

In der aktuellen Folge von „Startklar – Der Gründungstalk“ spricht Eva Teufel mit Gründungscoach Aline Pelzer über ihre Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr. Sie erzählt, welche Herausforderungen sie beim Aufbau ihres Unternehmens erlebt hat, wie sie den Umgang mit Kund verändert hat und warum sie heute eine andere Vorstellung von Erfolg hat als zu Beginn ihrer Selbstständigkeit.

Außerdem geht es um persönliche Entwicklung, kreative Projekte und die Frage, wie sich ein Business gestalten lässt, das nicht nur wirtschaftlich funktioniert, sondern auch zum eigenen Leben passt.

Hör dir jetzt die vollständige Folge von „Startklar – Der Gründungstalk“ mit Eva Teufel an und erfahre, wie sie ihren eigenen Weg in der Selbstständigkeit weiterentwickelt.

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