In der neuen Folge von „Startklar – Der Gründungstalk“ dreht sich alles um Cashflow, Vermögensaufbau und die Frage, wie du dein Unternehmen strategisch weiterentwickelst. Gründungscoach Aline Pelzer spricht erneut mit Finanzexpertin Valeria Gorzejewski darüber, was Selbstständige von Unternehmer unterscheidet, wie du finanzielle Spielräume sinnvoll nutzt und warum es wichtig ist, nicht nur das eigene Einkommen, sondern auch die Zukunft des Unternehmens im Blick zu behalten.
In dieser Folge von Startklar - Der Gründungstalk erfährst du,
- woran du den Unterschied zwischen Selbstständigkeit und Unternehmertum erkennst.
- wie du Cashflow, Rücklagen und Vermögensaufbau strategisch angehst.
- warum Delegieren und die richtigen Sparringspartner dein Unternehmenswachstum unterstützen können.
Vom Selbstständigen zum Unternehmen: Was macht den Unterschied?
Wenn du dich selbstständig machst, bist du zunächst häufig für fast alles verantwortlich: Du kümmerst dich um deine Kund, erbringst deine Leistung, schreibst Rechnungen und übernimmst nebenbei noch Marketing und Organisation. Das bekannte Prinzip „selbst und ständig“ beschreibt diese Situation ziemlich treffend.
Doch wie verändert sich deine Rolle, wenn dein Unternehmen wächst?
Im Gespräch erklärt Valeria, dass der entscheidende Unterschied darin liegt, wie stark der wirtschaftliche Erfolg deines Unternehmens noch von deiner eigenen Arbeitsleistung abhängt. Als Selbstständige erbringst du häufig selbst die Leistung, mit der du deinen Umsatz erwirtschaftest. Als Unternehmer entwickelst du dich zunehmend in eine strategische Rolle: Du baust Strukturen auf, delegierst Aufgaben und schaffst Voraussetzungen dafür, dass dein Unternehmen auch unabhängig von deiner eigenen operativen Arbeit funktioniert.
Das bedeutet nicht, dass du von heute auf morgen ein Team aufbauen oder sämtliche Aufgaben abgeben musst. Vielmehr handelt es sich um einen schrittweisen Prozess, der zu deinem Geschäftsmodell und deinen Zielen passen sollte.
Wann lohnt es sich, Aufgaben abzugeben?
Ein erster Schritt kann darin bestehen, wiederkehrende administrative Aufgaben auszulagern. Dazu gehören beispielsweise die Rechnungsstellung, organisatorische Tätigkeiten oder bestimmte Marketingaufgaben. Auch digitale Tools und KI-Assistenten können dich bei ausgewählten Aufgaben unterstützen.
Die entscheidende Frage lautet: Welche Tätigkeiten müssen wirklich von dir selbst erledigt werden – und welche halten dich von den Aufgaben ab, mit denen du dein Unternehmen weiterentwickeln und Umsatz erzielen kannst?
Wenn du Aufgaben sinnvoll delegierst, gewinnst du Zeit für strategische Entscheidungen, neue Kund und die Weiterentwicklung deines Angebots. Wichtig ist dabei, die frei gewordene Zeit bewusst zu nutzen, statt sie einfach mit neuen operativen Aufgaben zu füllen.
Kurz erklärt: Rücklagen
Rücklagen sind Geldbeträge, die du für unerwartete Ausgaben oder finanzielle Engpässe zurücklegst. Sie geben dir Sicherheit, wenn Einnahmen schwanken oder größere Kosten anstehen.
Wenn dein Unternehmen wirtschaftlich gut läuft, stellt sich irgendwann eine weitere Frage: Was machst du mit dem Geld, das nach Abzug deiner Kosten übrig bleibt?
Im Podcast sprechen Aline und Valeria darüber, warum es sich lohnt, finanzielle Entscheidungen nicht nur kurzfristig zu betrachten. Denn Umsatz allein sagt noch nicht aus, wie stabil dein Unternehmen aufgestellt ist oder welche Möglichkeiten du dir langfristig schaffen kannst.
Eine wichtige Grundlage ist, zunächst einen finanziellen Puffer aufzubauen. Rücklagen helfen dir dabei, unerwartete Ausgaben oder schwächere Geschäftsphasen abzufedern. Gerade bei einer Selbstständigkeit können Einnahmen schwanken – deshalb ist es sinnvoll, finanzielle Reserven nicht erst dann aufzubauen, wenn bereits ein Engpass entstanden ist.
Gleichzeitig solltest du überlegen, welche weiteren finanziellen Ziele du verfolgen möchtest. Dazu können Investitionen in dein Unternehmen, privater Vermögensaufbau, Altersvorsorge oder die langfristige Planung einer Unternehmensnachfolge gehören.
Das Schokobrunnen-Prinzip: Finanzen Schritt für Schritt aufbauen
Valeria veranschaulicht ihre Herangehensweise mit dem Bild eines Schokobrunnens: Verschiedene finanzielle Bereiche werden nacheinander aufgebaut, bevor zusätzliche Mittel in den nächsten Bereich fließen.
Übertragen auf deine Finanzen bedeutet das, zunächst die grundlegenden Voraussetzungen zu schaffen. Dazu gehören ausreichend Rücklagen und ein finanzieller Puffer. Darauf aufbauend kannst du weitere Ziele verfolgen und beispielsweise Kapital für Investitionen oder langfristigen Vermögensaufbau einplanen.
Wichtig ist, dass du deine finanzielle Strategie an deine individuelle Situation anpasst. Welche Prioritäten sinnvoll sind, hängt unter anderem von deinem Geschäftsmodell, deiner Unternehmensform, deiner Risikobereitschaft und deinen persönlichen Zielen ab.
Kurz erklärt: Vermögensaufbau
Vermögensaufbau bedeutet, langfristig finanzielle Werte für deine Zukunft und deine unternehmerischen Ziele zu schaffen. Dazu gehören beispielsweise Ersparnisse und gezielte Investitionen.
Ausgabe oder Investition: Warum sich ein genauer Blick lohnt
Im Gespräch thematisieren Aline und Valeria außerdem den Unterschied zwischen Ausgaben und Investitionen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, welchen wirtschaftlichen Nutzen eine Ausgabe für dein Unternehmen hat.
Nicht jede Ausgabe, die dich persönlich oder fachlich weiterbringt, führt automatisch zu einem messbaren finanziellen Ertrag. Deshalb lohnt es sich, vor größeren Entscheidungen zu überlegen, welches Ziel du damit verfolgst und woran du den Erfolg erkennen möchtest.
Das bedeutet nicht, dass sich jede sinnvolle unternehmerische Entscheidung sofort in Zahlen ausdrücken lassen muss. Es hilft aber, Kosten und erwarteten Nutzen bewusst gegenüberzustellen und die eigene Finanzplanung nicht allein auf Umsatzwachstum auszurichten.
Unternehmenwachstum: Kosten reduzieren der Einnahmen steigern?
Beides kann sinnvoll sein – entscheidend ist, wo in deinem Unternehmen tatsächlich Potenzial liegt. Vielleicht lassen sich bestimmte Abläufe effizienter gestalten. Vielleicht gewinnst du mehr Zeit für die Betreuung deiner Kunden, die Entwicklung neuer Angebote oder die Akquise, wenn du administrative Aufgaben abgibst.
Auch der gezielte Einsatz von Technologie kann dabei helfen, wiederkehrende Arbeitsschritte zu vereinfachen. KI-Tools können beispielsweise bei Zusammenfassungen, Vergleichen oder anderen administrativen Aufgaben unterstützen. Die Ergebnisse sollten allerdings weiterhin überprüft werden.
Das Ziel ist nicht, möglichst viele Aufgaben auszulagern oder jede neue Technologie einzusetzen. Vielmehr geht es darum, Ressourcen so einzusetzen, dass du dich auf die Tätigkeiten konzentrieren kannst, die für dein Unternehmen besonders wichtig sind.
Kurz erklärt: Delegieren
Delegieren bedeutet, Aufgaben an andere abzugeben, um mehr Zeit für strategische Entscheidungen und das Wachstum deines Unternehmens zu gewinnen. So kannst du dich stärker auf die Tätigkeiten konzentrieren, die dein Business wirklich voranbringen.
Vom Geldverdienen zur strategischen Unternehmensführung
Der Schritt von der Selbstständigkeit zum Unternehmertum ist mehr als eine organisatorische Veränderung. Er betrifft auch die Art, wie du über deine Rolle, deine Zeit und die Zukunft deines Unternehmens nachdenkst.
Dazu gehört, Aufgaben abzugeben, finanzielle Ziele zu definieren, Rücklagen aufzubauen und Kapital bewusst einzusetzen. Ebenso wichtig ist es, die eigene Strategie regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.
Dabei gibt es keinen festen Zeitpunkt, an dem du automatisch vom Selbstständigen zur Unternehmerin oder zum Unternehmer wirst. Es ist vielmehr eine Entwicklung, die sich Schritt für Schritt vollzieht und je nach Geschäftsmodell ganz unterschiedlich aussehen kann.
Du möchtest den Schritt von der Selbstständigkeit zum Unternehmertum gehen und dein Business langfristig erfolgreich aufbauen? Im Gründungscoaching unterstützen wir dich dabei, dein Geschäftsmodell strategisch weiterzuentwickeln, deine Finanzen im Blick zu behalten und fundierte Entscheidungen für dein Unternehmen zu treffen. Gemeinsam schauen wir auf deinen Business- und Finanzplan, deinen persönlichen Finanzbedarf und die nächsten Schritte für dein Wachstum. So schaffst du eine solide Grundlage für deine Gründung und darüber hinaus. Denn unternehmerischer Erfolg bedeutet nicht, immer die perfekte Entscheidung zu treffen – sondern die richtigen Fragen zu stellen, aus Erfahrungen zu lernen und dein Unternehmen Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Und auch wenn nicht jede finanzielle Entscheidung perfekt sein wird: Das gehört zur Selbstständigkeit dazu. Im Podcast sprechen Aline und Valeria auch darüber, warum eine Ausgabe im Nachhinein manchmal anders bewertet wird als zum Zeitpunkt der Entscheidung – und warum du daraus vor allem lernen solltest.
Du möchtest erfahren, wie du deine Finanzen strategischer aufstellst, welche Überlegungen hinter dem Schokobrunnen-Prinzip stecken und wie du dein Unternehmen langfristig weiterentwickeln kannst? Dann hör dir die vollständige Folge von „Startklar – Der Gründungstalk“ mit Gründungscoach Aline Pelzer und Finanzexpertin Valeria Gorzejewski an.

