In dieser Podcastfolge von „Startklar – Der Gründungstalk“ geht es darum, welche Rolle deine Einstellung zu Geld für deine Selbstständigkeit spielt. Wir sprechen darüber, wie Glaubenssätze deinen Umgang mit Umsatz, Verkauf und unternehmerischen Entscheidungen beeinflussen können. Außerdem geht es darum, warum Verkaufen nicht bedeutet, jemanden zu überreden, sondern eine passende Lösung anzubieten. Du erfährst, weshalb es sich lohnt, deine eigene Haltung zu Geld bewusst zu hinterfragen und Entscheidungen aktiv zu treffen.
In dieser Folge des Podcasts Startklar - Der Gründungstalk erfährst du,
- warum deine Einstellung zu Geld deinen unternehmerischen Erfolg beeinflussen kann.
- wie du Verkaufen als faire Win-win-Situation statt als unangenehmen Druck verstehen kannst.
- welche Glaubenssätze rund um Geld dich ausbremsen können und wie du sie bewusst hinterfragst.
Geld beginnt im Kopf
Wenn du dich selbstständig machst, beschäftigst du dich früher oder später zwangsläufig mit Geld. Du kalkulierst Preise, planst Umsätze, sprichst mit Interessent:innen über dein Angebot und musst dafür sorgen, dass dein Unternehmen wirtschaftlich funktioniert.
Genau an diesem Punkt können Überzeugungen auftauchen, die du vielleicht schon lange mit dir herumträgst. Sätze wie „Über Geld spricht man nicht“, „Wer viel Geld verdient, ist gierig“ oder „Ich möchte niemandem etwas verkaufen“ können beeinflussen, wie du dich in deiner Selbstständigkeit verhältst.
Im Podcast sprechen wir, Valeria Gorzejewski und Aline Pelzer deshalb darüber, warum es sinnvoll ist, die eigene Einstellung zu Geld einmal bewusst zu hinterfragen. Denn wenn du Geld grundsätzlich mit etwas Negativem verbindest, kann ein innerer Widerspruch entstehen: Auf der einen Seite möchtest du mit deiner Selbstständigkeit deinen Lebensunterhalt verdienen. Auf der anderen Seite fühlt es sich vielleicht unangenehm an, Preise zu nennen, Angebote zu verkaufen oder bewusst mehr Umsatz anzustreben.
Kurz erklärt: Glaubenssatz
Ein Glaubenssatz ist eine persönliche Überzeugung darüber, wie etwas angeblich ist oder sein sollte. Solche Überzeugungen entstehen häufig durch Erfahrungen, das persönliche Umfeld oder gesellschaftliche Prägungen. Sie können hilfreich sein, dich aber auch bei Entscheidungen einschränken.
Negative Glaubenssätze erkennen und hinterfragen
Valeria empfiehlt, genau hinzuhören, wenn du dich selbst bei solchen Gedanken ertappst. Statt einen Satz einfach als Wahrheit hinzunehmen, kannst du ihn überprüfen.
Frag dich zum Beispiel:
- Woher kommt diese Überzeugung?
- Ist sie wirklich immer richtig?
- Welche Gegenbeispiele kenne ich?
- Wie möchte ich selbst mit Geld umgehen?
- Was würde sich verändern, wenn ich diesen Gedanken nicht mehr für selbstverständlich halte?
Es geht dabei nicht darum, Geld plötzlich zum wichtigsten Ziel deiner Selbstständigkeit zu machen. Es geht vielmehr darum, einen Umgang damit zu finden, der zu dir und deinem Unternehmen passt.
Verkaufen bedeutet nicht automatisch überreden
Ein Satz, der immer wieder auftaucht, ist: „Ich will nichts verkaufen.“
Das klingt zunächst sympathisch. Schließlich möchtest du niemandem etwas aufdrängen. In einer Selbstständigkeit führt allerdings kaum ein Weg daran vorbei, dein Angebot sichtbar zu machen und Menschen die Möglichkeit zu geben, es zu kaufen.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob du verkaufst, sondern wie.
Valeria beschreibt Verkaufen als faire Win-win-Situation auf Augenhöhe. Das bedeutet: Du prüfst gemeinsam mit deinem Gegenüber, ob dein Angebot tatsächlich zur Situation und zum Bedarf passt.
Auch ein Nein kann zu gutem Verkaufen gehören
Dazu gehört auch, einen Auftrag nicht anzunehmen.
Gerade am Anfang einer Selbstständigkeit kann sich das ungewöhnlich anfühlen. Vielleicht denkst du: „Ich brauche doch jeden Umsatz.“ Trotzdem ist nicht jede Anfrage automatisch ein passender Auftrag.
Wenn Erwartungen, Zusammenarbeit oder Bedarf nicht zu deinem Angebot passen, kann ein Nein für beide Seiten die bessere Entscheidung sein.
Kurz erklärt: Win-win-Situation
Von einer Win-win-Situation spricht man, wenn beide Seiten von einer Zusammenarbeit profitieren. Beim Verkauf bedeutet das: Dein Kunde erhält eine passende Lösung und du erhältst eine angemessene Bezahlung für deine Leistung.
Diese Sichtweise kann den Druck aus Verkaufsgesprächen nehmen. Du musst niemanden überzeugen, der deine Leistung nicht braucht. Deine Aufgabe ist vielmehr, herauszufinden, ob du mit deinem Angebot ein konkretes Problem lösen kannst.
Das ist gerade für Gründer:innen wichtig. Denn Kund:innengewinnung und Vertrieb gehören zu den grundlegenden Aufgaben eines Unternehmens. Auch in unseren Gründungscoachings beschäftigen wir uns deshalb individuell mit Themen wie Positionierung, Marketing, Kund:innengewinnung, Preismodellen und Finanzplanung.
Geld ist kein Zufall, sondern eine Entscheidung
Natürlich kannst du nicht jede Entwicklung beeinflussen. Trotzdem spielt dein eigenes Handeln eine wichtige Rolle. Du kannst eine Idee haben, einen Businessplan schreiben und dir konkrete Ziele setzen – irgendwann musst du Entscheidungen treffen und ins Tun kommen.
Valeria bringt es in der Folge auf einen einfachen Punkt: Wenn du keine Entscheidung triffst, hast du faktisch ebenfalls eine Entscheidung getroffen.
Das kann ganz unterschiedliche Bereiche deiner Selbstständigkeit betreffen:
- Sprichst du potenzielle Kund:innen an oder wartest du?
- Veröffentlichst du dein Angebot oder arbeitest du noch monatelang daran?
- Kalkulierst du einen Preis, von dem du leben kannst?
- Holst du dir Unterstützung, wenn du an einer Stelle nicht weiterkommst?
- Probierst du etwas aus und sammelst Erfahrungen?
Nicht jede Entscheidung wird im Nachhinein perfekt sein. Das muss sie auch nicht.
Aline spricht im Podcast deshalb lieber von Erfahrungen als von Fehlern. Denn gerade beim Gründen wirst du Dinge ausprobieren, verändern und neu bewerten müssen. Entscheidend ist, dass du aus diesen Erfahrungen etwas mitnimmst.
Du musst nicht jede Entscheidung alleine treffen
Eine Selbstständigkeit bedeutet nicht, dass du alles alleine herausfinden musst.
Gerade wenn Ängste, Unsicherheiten oder alte Glaubenssätze immer wieder dazu führen, dass du wichtige Aufgaben vor dir herschiebst, kann ein Sparringspartner hilfreich sein.
So bereitest du dich auf das Gespräch für deinen AVGS-Antrag vor
Kurz erklärt: Sparringspartner
Ein Sparringspartner ist eine Person, mit der du Ideen, Entscheidungen und Herausforderungen offen besprechen kannst. Sie gibt dir eine zweite Perspektive, stellt Fragen und hilft dir dabei, deine nächsten Schritte klarer zu sehen.
Das kann ein anderer Unternehmer aus deinem Umfeld sein oder ein Gründungscoach. Im Gründungscoaching arbeiten wir zum Beispiel nicht nur an Business- und Finanzplan, Marketing oder organisatorischen Fragen. Wir schauen auch darauf, warum bestimmte Aufgaben nicht umgesetzt werden und welche Unsicherheiten dahinterstehen.
Denn manchmal fehlt dir nicht das Wissen darüber, was du tun solltest. Du brauchst jemanden, der gemeinsam mit dir herausfindet, warum du es bisher nicht tust.
Wie denkst du über Geld in deiner Selbstständigkeit?
Vielleicht erkennst du dich in einigen Punkten wieder. Vielleicht fällt es dir schwer, einen Preis auszusprechen. Vielleicht möchtest du nicht das Gefühl haben, „verkaufen zu müssen“. Oder du weißt eigentlich genau, was dein nächster Schritt wäre, schiebst die Entscheidung aber immer wieder auf.
In der aktuellen Folge von „Startklar – Der Gründungstalk“ gehen wir genau diesen Fragen weiter auf den Grund. Wir sprechen über persönliche Erfahrungen mit Geld, Verkauf und Selbstständigkeit und darüber, welche Gedanken Gründer:innen dabei immer wieder begegnen.
Hör dir die komplette Podcastfolge an und finde heraus, welche Glaubenssätze über Geld möglicherweise auch deine Entscheidungen beeinflussen.

